Aufklärung von Schäden an
Beschichtungssystemen (Coating) von Schiffen

 

Der Begriff Beschichtung ist gemäß DIN 55945 der Oberbegriff für eine oder mehrere in sich zusammenhängende, aus Beschichtungsstoffen hergestellte Schichten auf einem Untergrund. Bei mehrschichtigen Beschichtungen spricht man auch von einem Beschichtungsaufbau bzw. einem Beschichtungssystem.

Beschichtungsstoffe sind flüssige, pastöse oder auch pulverförmige Stoffe, die zu deckenden und festhaftenden Überzügen werden. Die Applikation dieser Beschichtungen hat neben dem dekorativen Zweck je nach Anwendungsbereich vor allem eine konservierende Wirkung. Diese kann jedoch nur dann eintreten, wenn der applizierte Beschichtungsstoff oder das gesamte Beschichtungssystem selbst haltbar ist. Es genügt hierbei nicht, daß der Stoff bzw. das System in sich dauerhaft ist. Es darf zusätzlich auch keine Ablösung von dem zu schützenden Untergrund stattfinden.

Dies macht deutlich, welchen Wert die Kenntnis über das zu beschichtende Material und die zu erwartende Belastung für die Auswahl eines geeigneten Beschichtungsstoffes hat. Weiterhin sind auch die optimale Vorbereitung des Untergrundes sowie die Art der Applikation von entscheidender Bedeutung für die Schutzwirkung der Beschichtung.

In vorhergehenden Informationsbroschüren unserer Laboratorien stellten wir bereits unsere Leistungen bei der Aufklärung sogenannter Coatingschäden im Bereich der Schifffahrt dar. Häufigste Erscheinungsformen waren hier die Ablösung des applizierten Beschichtungssystems vom Untergrund sowie Unverträglichkeitsreaktionen innerhalb der Beschichtungen. Diese stellten sich u.a. in Form von Blasenbildungen und Ablösungen innerhalb des Beschichtungsaufbaus dar.

Die Ursachen für diese Schäden sind vielfältiger Natur. So kommen neben Verarbeitungsfehlern während der Applikation oftmals auch mangelhafte Auswahl der Beschichtungsmaterialien vor.

Als Beispiel sei hier ein Fall angeführt, wo innerhalb eines Beschichtungssystems auf einer zinkhaltigen Fertigungsbeschichtung ein Alkydharz appliziert wurde. Die Folge war das Ablösen der Beschichtung vom Untergrund, wobei die Fertigungsbeschichtung auf dem Untergrund verblieb. Durch verschiedene Untersuchungsverfahren wie z.B. Gaschromatographie konnten an den Grenzflächen der Beschichtungen Zinkseifen nachgewiesen werden. Diese deuteten auf eine chemische Reaktion der betreffenden Beschichtungsmaterialien hin, deren Folge ein Adhäsionsbruch gewesen ist.

Unsere Fachkenntnisse werden jedoch nicht nur zur Aufklärung bereits vorhandener Schäden in Anspruch genommen. So führen wir auch Eignungstests von Beschichtungsmaterialien für Tankinnenbeschichtungen bezogen auf verschiedene Ladungsgüter durch. Auf diese Weise kann der Einsatz ungeeigneter Stoffe vermieden werden, die zwar konservierende Wirkung auf den Untergrund aufweisen, aber nicht bedingungslos für die unterschiedlichsten Ladungen einsetzbar sind.

Mehr zu diesem Thema? Ansprechpartner ist Herr Röhrs.
E-Mail: Roehrs@fintelmann-meyer.de


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