Auswertemethoden und Interpretationshilfen für Toxizitätsdaten aus einer ökotoxikologischen Testbatterie

Helga Neumann-Hensel*, Birte Onken* und Wolfgang Ahlf**,

* Dr. Fintelmann und Dr. Meyer, Handels und Umweltschutzlaboratorien, Mendelssohnstr. 15D, D-22761 Hamburg ** Technische Universität Hamburg-Harburg, AB Umweltschutztechnik, Eißendorferstr. 40, D-21071 Hamburg


Schlussfolgerungen:

  • Wirkungen von Industriechemikalien im Boden, angezeigt durch Testorganismen, entwickeln sich im zeitlichen Verlauf nach
    typischen Mustern.
  • Parallele Information können miteinander verknüpft werden.
  • Die Entwicklungen sind interpretierbar und lassen sich für die Kriterien Abbau, Toxizität, Bioverfügbarkeit klassifizieren.
  • durch Fuzzy Clusterverfahren kann der Zugehörigkeitsgrad zu den Klassen ermittelt werden.

 

Problemstellung:
Die Wirkung von Industriechemikalien wird durch Festlegung und eventuellen Abbau verringert. Ob diese Prozesse weiterhin eine “Entgiftung” fördern, lässt sich durch eine punktuelle Analyse nicht feststellen. Durch die Kombination von verschiedener Testverfahren kann ein differenziertes Gesamtbild entstehen. Schwierigkeiten bereitet die Interpretation und Bewertung des umfassenden Datenmaterials.

Vorgehensweise:
Untersuchungen der ökotoxikologischen Wirkung von Industriechemikalien im Boden mit dem ausgewählten Testset über einen Zeitraum von vier Wochen mit einem Messintervall von 7 Tagen. Es wurden Effektkonzentrationen eingesetzt.

Ergebnisse:
Die gemessenen Effekte sind das Resultat der Wechselwirkung der Organismen auf die Substanz und der Wirkung der Chemikalie auf den Organismus. Die Veränderung der Wirkintensität über die Zeit betrachtet lässt Rückschlüsse auf Abbau, Bioverfügbarkeit und Toxizität zu. Beispielhaft werden zeitliche Veränderungen anhand des Kriteriums “Abbau” für zwei Expositionspfade interpretiert.


Methodenkombination Mikroflora:

  • Die Wirkung bleibt über den gesamten Zeitraum erhalten
    kein Abbau
  • Die Wirkung nimmt ab und liegt am Ende unter dem Signifikanzwert von 20 % Hemmung
    Abbau
  • Deutliche Abnahme der Hemmung, bis hin zu Stimulationen
    schneller Abbau

Methodenkombination Boden:

  • Die Wirkung bleibt über den gesamten Zeitraum erhalten
    kein Abbau
  • Die Wirkung nimmt ab und liegt am Ende unter dem Signifikanzwert von 20 % Hemmung
    Abbau
  • Abnahme der Hemmwirkung mit zwischenzeitlicher Hemmwirkungszunahme
    Abbau und Bildung toxischer Metabolite

Die Methoden:

Eluat:

  • Leuchtbakterientest
  • Algenwachstumshemmtest

Boden:

  • Kontakttest
  • (Nematodentest)
  • (Hafertest)

Mikroflora:

  • DMSO-Reduktion
  • FDA-Hydrolyse
  • Atmung

Die Testsubstanzen:

Mineralöl
synthetisches Öl
Paraffin
Tenside: APEO
                LAS
                BAC
Zink
Mecoprop (Pestizid)
Tetracyclin (Antibiotika)

Die Mathematik:

Durch Fuzzyfizierung lassen sich die parallelen Informationen aus den einzelnen Untersuchungspfaden miteinander verknüpfen und es können Klassen gebildet werden.

 

 


Gefördert durch die DEUTSCHE BUNDESSTIFTUNG UMWELT


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