Suborganismische Testverfahren nach DIN 38415 Teil 6:

Giftigkeit gegenüber Fischeiern

 

Zweck:

Fische spielen eine zentrale Rolle in der aquatischen Nahrungskette. In aquatischen Ökosystemen haben sie als Konsumenten höherer Ordnung (häufig Endkonsumenten) eine wichtige Regulationsfunktion. Sie sind in Testkonzepten mit aquatischen Organismen aus verschiedenen trophischen Ebenen fest eingebunden.

Als Testmaterial dienen die Eier des Zebrabärblings (Danio rerio). Der Zebrabärbling gehört innerhalb der Klasse der Knochenfische (Osteichthyes) zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Zebrabärblinge sind leicht zu hältern und produzieren ganzjährig transparente nichtklebende Eier (Ø 1 mm). Die Embryonalentwicklung ist gut beschrieben. Die Entwicklung von befruchteten Fischeiern kann durch Abwasserinhaltsstoffe beeinträchtigt werden. Als Schädigung gelten der Tod der Embryonen sowie definierte Störungen der Embryonalentwicklung, die zum Tod führen. Ein Embryo gilt nach 48 h als tot, wenn er entweder:

  •  koaguliert ist,

  •  keine Somiten angelegt hat,

  •  der Schwanz nicht vom Dotter abgelöst ist oder

  •  der Herzschlag nicht feststellbar ist.

Anwendungsbereich:

Das Verfahren gilt für behandeltes Abwasser.

 

 

 

Grundlage des Verfahrens:

In einer Verdünnungsreihe wird Abwasser, abgestuft nach ganzzahligen Volumenverhältnissen, mit Verdünnungswasser vermischt. Nach 48-stündiger Exposition der befruchteten Fischeier in den Mischungen wird die Verdünnungsstufe ermittelt, in der keine akut giftige Wirkung festgestellt werden konnte. Bei 26 °C schlüpfen die Embryonen nach 72 h bis 96 h. Die Versuchsdauer beträgt 48 h.

 

 

 

Mindestprobenmenge:

100 ml